Zum Rysí kámen (Luchsstein)

  • Zu Fuß
  • Mittlere Schwierigkeit

Diese Wanderung führt uns in ein vergessenes Fleckchen Erde an der sächsisch-böhmischen Grenze. Der Ausgangspunkt ist Mezní Louka (Rainwiese). Von hier aus folgen wir dem grün markierten Weg, steigen bis in den Sattel im Kamm Větrovka und dann hinunter in die Hluboký důl (Tiefe Schlucht). Auf einem Forstweg gehen wir weiter durch das Tal in die ehemalige Ortschaft Zadní Jetřichovice (Hinterdittersbach). Am rechten Ufer des Fluses Křinice (Kirnitzsch) ragt eine imposante Felsenwand mit dem Namen Havraní kameny (Rabensteine) empor.

Wir kommen auf das andere Ufer des Flusses und folgen dem deutschen grünmarkierten Weg. Die dreieckige Markierung bezeichnet einen ein Weg, der etwas anstrengender als gewöhnliche Wanderwege ist. Wir gehen etwa eineinhalb Kilometer flussabwärts, dann biegt der grün markierte Weg links über den Fluss ab. Nach einem Aufstieg durch die Schlucht Brückengrund führt uns das grüne Dreieck wieder steil hinunter nach Lindengründel. Hier, nur ein paar Schritte von der Grenze mit Tschechien, finden wir das Ziel unserer Wanderung – den Luchsstein mit einem Relief. Der Stein befindet sich an dem Ort, wo 1743 einer der letzten Luche der Region erlegt wurde. Auf demselben Weg kehren wir zurück nach Mezní Louka (Rainwiese).

Die Rückkehr des Luchses in die Böhmische Schweiz

Einstmals war der Luchs ein ganz gewöhnliches Raubtier der tiefen Wälder der Böhmischen Schweiz. Er wurde jedoch, ähnlich wie die anderen Raubtiere, systematisch verfolgt und beinahe ausgerottet. Einen der letzten Luchse erlegte wie es auf der Gedenktafel am Luchsstein geschrieben steht, im Jahre 1743 Johann Gottfied Puttrich, Angehöriger einer berühmten Försterfamilie. Das Tier erlegte er mit Hilfe einer Falle aus einem Gewehr, das schoss, als das Tier den Köder berührte. Puttrich ließ in den Stein folgende Gedenkinschrift einmeißeln: „Allhier habe ich Joh. Gottfr. Puttrich Königl. Förster aus Hinterhermsdorf einen Luchs mit einem Selbstschuß erlegt ao 1743

Seit dem 19.Jahrhundert gab es in der Böhmischen Schweiz keine Luchse mehr. Erst im Jahre 2011 wurde der Luchs erneuert beobachtet -dank einer Kamerafalle, die Tiere auf dem Gebiet des Nationalparks dokumentiert. Vorher gab es nur indirekte Belege für die Verbreitung des Luches, zum Beispiel Spuren im Schnee und Schlamm, Kratzspuren an Bäumen und gerissene Rehe. Die Luchse kommen jedoch nur selten in die Böhmische Schweiz, meistens im Winter, wenn es hier ruhiger ist. Es ist unwahrscheinlich, dass Besucher einen Luchs zu sehen bekommen, denn das Vorkommen ist immer noch sehr sporadisch und die Tiere menschenscheu.
 


Das Projekt Tourismus ohne Grenzen wurde mit Mitteln aus dem Programm für das Ziel 3 zur Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen der Tschechischen Republik und dem Freistaat Sachsen 2007 - 2013 gefördert.

 

Kategorie: 

  • Zu Fuß

Schwierigkeit: 

  • Mittlere Schwierigkeit

Höchster Punkt: 

403 m. n. m.

Unterste Punkt: 

258 m. n. m.

Überhöhung: 

458 m

Distanz: 

16.4 km

Dauer: 

5 h

Wanderung : 

  • Wanderung über die Grenze
  • Wanderung mit Sehenswürdigkeiten
  • Wanderung mit einer Begebenheit
  • Wanderung mit einer Geschichte

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