Durch die Umgebung von Brtníky (Zeidler) zu den Felsen und Eisfällen

  • Zu Fuß
  • Für Familien mit Kindern
  • Für Anfänger

Von Brtníky (Zeidler) aus folgen wir dem grün markierten Wanderweg. Wir kommen zu einem Wiesenweg, der sich am Rande der Waldschneise in einen steinigen Steig verwandelt und uns zu einer Stelle führt, wo einst das Waldschlösschen Šternberk (Sternberg) stand. Die Wanderung führt dann entlang der grünen Zeichen bis zum Aussichtspunkt Soví vyhlídka (Eulenaussicht). Wenige Meter hinter dem Aussichtspunkt, links des Wegs, finden wir den Abzweig zur Soví jeskyně (Eulenhöhle), die wir durchforschen. Danach kehren wir auf den Weg zurück.

Die Wanderung führt uns weiter zum Großen Preußenlager, weitere Informationen dazu finden sich unten im Text. Nicht einmal einen halben Kilometer weiter auf dem grün markierten Weg kommen wir zu einem weiteren Wegweiser zu dem naheliegenden Brtnický hrádek (Räuberschloss), das wir am quadratischen in den Stein gehauenen Fundament eines Wachtturmes erkennen. Nach der Rückkehr auf den grün markierten Weg steigen wir in das Tal hinunter, und gehen über die Brücke aus Stammholz bis zum Kreuzungspunkt. Dort biegen wir rechts ab und gehen entlang des Vlčí potok (Wolsbach) bis ins Kyjovské údolí (Khaatal) und zur Turistický most (Touristische Brücke), wo wir uns erholen können. Dann kehren wir zurück zum Kreuzungspunkt und folgen dem Radweg Nr. 3033 durch das Tal des Baches Vlčí potok (Wolfsbach). Nach weniger als zwei Kilometern finden wir auf der rechten Seite einen ausgetretenen Weg, der zum Kleinen Preußenlager führt. Dann kehren wir auf den Radweg zurück und kommen auf diesem zu einer kleinen Straße, die Vlčí Hora mit Brtníky verbindet. Entlang dieser Straße kommen wir bis in die Gemeinde Brtníky zurück.

Wintervariante – Brtnické ledopády (Zeidler Eisfälle)

Die Brtnické ledopády (Zeidler Eisfälle) stellen im Winter wahrscheinlich die größte Sehenswürdigkeit der Böhmischen Schweiz dar. Weil die Schluchten in dieser Gegend sehr kalt sind, bleiben die Eisfälle hier manchmal auch bis Ostern erhalten. Die Strecke zu den Eisfällen unterscheidet sich nicht von der Routenbeschreibung für den Sommerausflug, bloß der Abzweig zu den Eisfällen kommt hinzu. Etwa 500 m nach dem Abzweig zum Aussichtspunkt Soví vyhlídka (Eulenaussicht) biegt ein schmaler Pfad links zum Eisgebilde Opona (Vorhang) ab. Im Winter ist der Abzweig durch ein Pfeilzeichen gekennzeichnet. Nach etwa 200 m sehen wir auf einem großen Felsüberhang einen mächtigen Eisfall, der an einigen Stellen bis zur Erde herabreicht.

Wir kehren auf den Weg zurück und gehen am Großen Preußenlager und am Räuberschloss entlang. Wir kommen bis zum Radweg und achten darauf, dass wir nicht am Abzweig rechts zu den Eisfällen Betlém (Krippe) und Varhany (Orgel) vorbeigehen. Nachdem wir wieder auf dem Weg sind, biegen wir nach einer Weile rechts ab und kommen über eine hölzerne Brücke über den Bach zum Eisgebilde Velký sloup (Große Säule). Ohne Zweifel ist es der mächtigste aller Eisfälle, mehr als 8 m hoch, massiv und majestätisch.

In diesem Tal und in den naheliegenden Tälern gibt es viele Eisfälle – z.B. Křepelčí stěnka (Wachtelswand), Vlčí stěnka (Wolfswand), Konírna (Pferdestall), Vlčí doupě (Wolfsloch), Malá a Velká kaskáda (Kleine und große Kaskade), Prádlo (Wäsche) und weitere, die noch keinen Namen haben. Beim Erkunden der Eisfälle sollten Sie vorsichtig sein, denn die Wege können glatt sein.

Felsen als ein Zufluchtsort

Die Böhmische Schweiz ist voll von Felsüberhängen, die Menschen seit undenklichen Zeiten genutzt haben. Menschen haben sie schon in der Mittelsteinzeit (vor ca. 10.000 Tausend Jahren) als Versteck aufgesucht. Diese Tatsache wurde durch mehrere archäologische Untersuchungen belegt. Die Felsüberhänge dienten später auch zu Kriegszeiten, die auch diesem Gebiet nicht erspart blieben, weil es sich um ein Grenzgebiet handelt, als ein Zufluchtsort. Mit den Soldaten kamen immer Plünderungen, Krankheiten und Tod. Deshalb versteckten sich die Dorfleute vor den Soldaten immer in den Waldschluchten, unterhalb der Felsüberhänge, und das oft auch mit ihrem Vieh, um ihre Nahrungsquellen nicht zu verlieren. Während des Aufenthaltes unterhalb der Felsüberhänge haben die Dorfleute manchmal Inschriften und Bilder in die Felswände eingeritzt.

Für die Einwohner der Gemeinden Brtníky (Zeidler) und Kopec (Hemmehübel) diente der Felsüberhang mit dem Namen Großes Preußenlager, der sich 3 km südlich von Brtníky auf dem grün markierten Weg befindet, als Versteck. Der Felsüberhang ist durch eine schmale Schlucht zwischen zwei Felsen zugänglich. Auf einigen in den Stein gehauenen Stufen kommen wir zu dem Ort, wo sich einst eine Tafel befand, die über das Versteck der Einwohner von Brtníky (Zeidler) und Kopec (Hemmehübel) berichtete. Die Dorfleute flüchteten sich hieher zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges, dann während des Siebenjährigen Krieges, als das preußische Heer durch die Gegend marschierte (1756), später während des Krieges zwischen Österreich und Preußen im Jahre 1866. Unter des Felsüberhangs konnten sich bis zu 200 Leute verstecken. Im Felsen ist ein eingeritztes Herz mit einem Kreuz in der Mitte zu sehen– der Legende nach wurde hier ein Kind geboren, das dann wegen der schlechten Bedingungen starb.


Das Projekt Tourismus ohne Grenzen wurde mit Mitteln aus dem Programm für das Ziel 3 zur Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen der Tschechischen Republik und dem Freistaat Sachsen 2007 - 2013 gefördert.

Kategorie: 

  • Zu Fuß

Schwierigkeit: 

  • Für Familien mit Kindern
  • Für Anfänger

Höchster Punkt: 

469 m. n. m.

Unterste Punkt: 

338 m. n. m.

Überhöhung: 

255 m

Distanz: 

9.1 km

Dauer: 

3 h

Wanderung : 

  • Wanderung mit Sehenswürdigkeiten
  • Wanderung mit einer Begebenheit
  • Wanderung mit einer Geschichte

Zum Verfassen von Kommentaren bitte Anmelden oder Registrieren.