Bergauf zum Studenec (Kaltenberg)

  • Zu Fuß
  • Für Familien mit Kindern
  • Für Anfänger
  • Mittlere Schwierigkeit

Vom Platz in Česká Kamenice aus folgen wir dem blau markierten Weg. Wir biegen zur Kapelle Narození Panny Marie (Mariä-Geburt-Kapelle) ab. Nach der Besichtigung kehren wir zurück und gehen eineinhalb Kilometer in Richtung Jehla (Nadel). Durch eine Lindenallee gehen wir entlang einer Wiese bergauf bis zu der Kreuzung Pod Jehlou. Hier finden wir das erste Ziel unserer Wanderung – den Felsen Jehla (Nadel). Die Aussicht von diesem Felsen ist überraschend. Direkt unter uns liegt der Felsen Trubač. Wir können die gesamte Böhmische Schweiz mit Růžák (Rosenberg), Děčínský Sněžník (Hoher Schneeberg) und dem Böhmischen Mittelgebirge sehen.

Dann gehen wir zurück zum blau markierten Weg und auf dem Kamm durch einen hohen Wald. Auf dem Waldweg kommen wir bis zu steinernen Treppenstufen, die zu einem Waldaltar führen. Unsere Vorfahren errichteten hier Rahmen und Nischen für Kreuzwegbilder und Heiligenstatuen.

Der Weg verlässt den Wald und führt zu einer großen Stelle unter Sandsteinfelsen, wo wir uns erfrischen können. Auf dem blauen Weg entfernen wir uns vom Wald und gehen an einer kleinen Sandhöhle vorbei bis auf eine große Wiese, wo wir schon das Ziel unsere Wanderung, den Berg Studenec (Kaltberg) sehen.

Auf einer asphaltierten Straße gehen wir bis zum Wegweiser in die Orschaft Líska (Hasel), wo wir links zwischen die Häuser abbiegen. Weiter gehen wir am Bach Lísecký entlang zu einem Basaltkönigreich. Beim Haus Nr. 102 biegt der blau markierte Weg links ab und verlässt das Dorf. Jetzt kommen wir zu einem Sattel zwischen den Bergen Javorek (Kleiner Ahrenberg) und Studenec (Kaltenberg). Zum Gipfel des Studenec ist es jetzt nur noch ein Kilometer auf einem rot markierten Weg. Auf einem alten gepflasterten steigen wir durch den Wald hinauf. Mit etwas Glück können wir Gemsen sehen, die hierie wurden zu Anfang des 20. Jh. ausgesetzt wurden. Auf dem Gipfel von Studenec (Kaltenberg) befindet sich ein erneuerter Aussichtsturm.

Auf demselben Weg kehren wir auf den Sattel zurück. Vom Kreuzungspunkt aus folgen wir dem rot markierten Weg zum ehemaligen Steinbruch Na Zlatém vrchu und gehen dann auf einem Waldweg talwärts bis zu der Hauptstraße im Wald So kommen wir zur Bushaltestelle Líska horní, von wo uns der Bus zurück na Česká Kamenice (Böhmisch Kamnitz) bringt.

Die gerettete eiserne Schöne auf dem Studenec (Kaltenberg)
 

Der erste hölzerne Aussichtsturm stand schon in 1854auf dem Gipfel des Studenec (Kaltenberg). Er wurde durch den Fürst Ferdinand Kinsky errichtet. Nach acht Jahren wurde er jedoch abgerissen. An gleicher Stelle entstand auf Anregung des Gebirgsvereins für die Böhmische Schweiz ein neuer eiserner Aussichtsturm,Mit den Bauarbeiten wurde im Jahre 1888 begonnen. Im Laufe mehrer Monate wurden 9 Tonnen Eisen auf den Gipfel gebracht. Dieser Aussichtsturm, der zwei Jahre älter als der berühmte Eiffelturm in Paris ist, wurde dann feierlich eröffnet. Wegen der großen Beliebtheit des Ortes (jedes Jahr kamen einige tausend Touristen hierher), ließ Fürst von Kinsky auf dem Gipfel ein hölzernes Unterkunftshaus, die „Kinsky Baude“, errichten, in dem die Besucher im Sommer versorgt wurden und gegebenenfalls übernachten konnten. Um den Gipfel besser erreichen zu können, pflasterten die Mitglieder des Gebirgsvereins für die Böhmische Schweiz den Zugangsweg mit Basalt. Dieser Weg ist bis heute erhalten geblieben.

Das Ausflugsrestaurant wurde nach dem zweiten Weltkrieg abgerissen (heutzutage finden wir nur die Grundmauer mit einem Teil des gemauerten Kellers) und der Aussichturm begann zu verfallen und zu rosten. Im Jahre 1999 sollte er sogar abgerissen werden. Kurz vor dem Beginn der Demontagearbeiten wurde er jedoch im Jahre 1997 unter Denkmalschutz gestellt.

Der Verein der Tetschener Freunde - Amici Decini unternahm Schritte , um die nötigen finanziellen Mittel für eine Erneuerung zu erlangen. Im Jahre 2007 wurde der Turm in drei Teile zerlegt und mit einem Hubschrauber ins Tal gebracht. Der erneuerte Turm wurde am 14. März 2009 wieder auf dem Studenec zusammengesetzt. Wegen starken Winds brauchte der Hubschrauber mehrere Versuche, bevor der Turm wieder auf dem Gipfel stand.

Die feierliche Eröffnung des geretteten Aussichtsturmes erfolgte am 21. Juni 2009.

Beim Aufstieg auf den Aussichtsturm können wir sehen, dass auf jeder Treppenstufe ein Namesteht – wer Interesse hatte, konnte nämlich in einer einzigartigen Geldsammlung der Stadt Česká Kamenice (Böhmisch Kamnitz) für 200 Euro eine steinerne Stufe „kaufen“ und auf diese Weise finanziell zur Neuerrichtung des Aussichtturmes beizutragen.


Das Projekt Tourismus ohne Grenzen wurde mit Mitteln aus dem Programm für das Ziel 3 zur Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen der Tschechischen Republik und dem Freistaat Sachsen 2007 - 2013 gefördert.

Kategorie: 

  • Zu Fuß

Schwierigkeit: 

  • Für Familien mit Kindern
  • Für Anfänger
  • Mittlere Schwierigkeit

Höchster Punkt: 

726 m. n. m.

Unterste Punkt: 

301 m. n. m.

Überhöhung: 

578 m

Distanz: 

11.4 km

Dauer: 

4 h

Wanderung : 

  • Historischer oder vergessener Weg
  • Wanderung mit spirituellen Erlebnissen
  • Wanderung mit einer Begebenheit
  • Wanderung mit einer Geschichte
  • Wanderung mit Bus
  • Wanderung mit Aussichten

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